Bericht vom Zockerwochenende 29. & 30.9.2007

Ein fröhliches Hallo an alle großen Spielkinder und Freunde des Spieltriebs Frankfurt! Thorsten, Martin, Oliver und Thomas haben die Bude für zwei Tage mit Leben erfüllt und frönten im Rahmen eines Wochenendes hemmungs- und schamlos ihrem Spieltrieb.

Hier ein kleiner Bericht vom Zockerwochenende 29. und 30.9.07.

1) Thurn und Taxis

Ein lustiges Spiel über das organisieren von möglichst profitablen Postkutschenfahrten in Bayern und dessen Umgebung. Die Regeln sind sehr einfach, was Thurn und Taxis auch für "normale" Spieler geeignet macht und das schöne Material (aufgezogener Plan, Holzsteine, gelungene Grafik) sorgen für extra Freude.

Das Spiel ging bei uns mit einem Schwall von Beleidigungen gegenüber den von den Mitspielern jeweils angefahrenen Orten einher. Ob das wohl auch bei anderen Spielern so läuft? Ausnahmen waren lediglich die Orte Pilsen und Budweis, die komischerweise von jedem gemocht wurden. Warum wohl?

2) Yom Kippur

Historische Anmerkung: Gegenüber den vielen Niederlagen, die Israel seinen Nachbarn zufügen konnte, hebt sich der Yom Kippur Krieg von 1973 als ägyptischer Teilerfolg ab. Die arabischen Eroberungsfantasien des Staats Israel scheiterten wie immer kläglich, doch es gelang den Ägyptern, das israelisch besetze Ostufer des Suezkanals wieder unter ihre Kontrolle zu bringen.

Das Spiel ermöglicht eine Nachstellung des ägyptischen Angriffs über den Kanal und der israelischen Gegenoffensiven. Die Regeln sind denkbar einfach und enthalten trotzdem historische Details, die die Besonderheiten dieses Konflikts wiedergeben wie z.B. die russischen Panzer- und Flugabwehrraketen der Ägypter oder die überragenden Instandhaltungsarbeiten der israelischen Panzermechaniker.

Besonderer Clou des Spiels ist das variable, den Spielern nicht bekannte Ende, das das Eingreifen der Supermächte repräsentiert und deren Vermittlung eines Waffenstillstands. Jede Runde kann die letzte sein, man muss sich also immer anstrengen.

Unser Spiel am 29.9. sah Offensiven der Ägypter im Süden und der Israelis im Norden, doch leider konnten wir nicht bis zum Ende spielen. Aber das hat den Spaß nicht getrübt.

3) Advanced Civilization

Ein Klassiker von Avalon Hill. Die Ursprünge des Spiels lassen sich auf die 70er Jahre zurück verfolgen und es ist der Urvater der Aufbauspiele, die auf dem PC so viele Triumphe feiern.

Jeder Spieler hat einen Mittelmeeranrainer und muss sein Volk von der späten Stein- in die frühe Eisenzeit führen. Natürlich gewinnt der, der am Ende das am weitesten entwickelte Volk hat.

Das Spiel beinhaltet die Elemente, die man vom Computer her mag wie das Wachstum des Volks und das Erlangen von technischen Fortschritten. Es bietet aber auch das, was kein Computer wirklich kann, nämlich reichlich Diplomatie mit den anderen Spielern und nicht mit einer stumpfen A.I. Handel mit den Nachbarn ist in diesem Spiel nämlich ein wichtiges Kernelement um weiter zu kommen.

Zusätzlich gewürzt mit gelegentlichen Konflikten, reichlich Katastrophen (Flut, Barbaren, Sklavenaufstand, Bürgerkrieg, etc., etc.) und gesegnet mit einfachen aber ausgeklügelten Regeln ist Advanced Civilization ein Muss für jede Sammlung und auch wir waren am 30.9.07 mal wieder nicht enttäuscht worden.

4) Bommerz over Sulphur River

Das neue lustige Fliegerspiel im 40.000er Universum. Wir kamen zwar nicht dazu, es zu spielen, aber die Modelle machen sich verdammt gut über der neuen Wüstenplatte (siehe Fotos). Die Wadis eignen sich hervorragend als Canyons und Thorsten hat uns von dem Szenario "Bommerz over Sulphur River" berichtet, das nach genau so einer Canyonlandschaft schreit.

Sobald Thorsten seine imperialen Flakstellungen angemalt hat, werden die tapferen Flyboyz den Canyon entlang fliegen! Waaaagh!

5 Dungeon Quest

Das kann man über Dungeon Quest noch sagen? Es ist das mit Abstand genialste Spiel, das Games Workshop je in die Welt gesetzt hat (veröffentlicht 1983).

Weder gab es jemals einen sinnloseren "No Brainer", noch wird dieses Machwerk diesbezüglich je übertroffen werden können.

Die Regeln sind in einem Satz erklärt. Planen und Taktieren gibt es nicht. Alles was es gibt ist die diebische Schadenfreude, mit der man die Missgeschicke seines Helden und die der Mitspieler beobachtet. Das ultimative stell-dein-Hirn-auf-Durchzug, lehn-dich-zurück, lache-und-genieße Spiel.

6 Wizard

Ein kleines Kartenspiel, das am 30.9. den Abschluss der Veranstaltung bildete. Es hat Elemente des Skats bezüglich des Machens von Stichen, ansonsten hat es aber ganz eigene Regeln.

Ziel des Spiels ist es, bei einer mit jeder Runde größer werdenden Kartenhand genau vorher zu sagen, wie viele Stiche man machen wird. Klingt banal, macht aber unglaublichen Spaß, da sich aufgrund des Zwangs, hinsichtlich der Vorhersagungen Punktlandungen hinzulegen, während jeder Runde wahre Dramen abspielen.

Fazit

Das Wochenende machte derart viel Spaß und fand bei den Mitspielern solch guten Anklang, dass wir demnächst wieder eine solche Veranstaltung machen wollen. Sobald ein Termin fest steht, werden wir diesen hier bekannt geben.

Euer Thomas

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